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Wasser für die Menschen am Okavango

Ein neues Kommunalprojekt für Klimaschutz

Der Okavango entspringt in der Hochebene von Zentral-Angola und fließt über eine Strecke von 1.700 km, bis er im Okavango-Delta – seit 2014 UNESCO-Naturwelterbe – im wüstenähnlichen Landesinneren von Botswana versiegt. Der etwa 400 km lange Flussabschnitt entlang der Grenze zwischen Angola und Namibia – das „Okavango-Becken“ – ist Lebensader für etwa 1 Million Menschen: Er versorgt sie mit Wasser, ist ein Hotspot der Biodiversität. Menschen beiderseits der Grenze nutzen den Fluss, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Jetzt ist die Region von Dürre bedroht. Die Bewirtschaftung des Okavango-Beckens hat auch Folgen flussabwärts. Sein langfristiges Schicksal und das des Deltas hängt von der nachhaltigen Bewirtschaftung seiner Wasserressourcen ab. Hier wurde am 22. März 2022 der Startschuss zu einem gigantischen Projekt gegeben: Es nennt sich „Aufbau von Resilienz zwecks Anpassung an den Klimawandel in südwest-afrikanischen Gemeinden“, ist auf 5 Jahre anberaumt, vom Anpassungsfonds /AF/ der Vereinten Nationen (1) finanziert, der die internationale Organisation Sahara-Sahel Ob-servatorium /OSS/(2) mit der Durchführung beauftragte. Die nationalen HUMANA People to People Organisationen in Namibia bzw. Angola – DAPP Namibia und ADPP Angola – wiederum sind zuständig für die regionalen Aspekte des Projekts und für Hilfsleistungen in ihren jeweiligen Ländern. HUMANA Österreich unterstützt die Aktivitäten in Angola, deshalb hier auch einige Informationen betreffend Angola: Das neue Projekt arbeitet im Großen und Ganzen nach dem HUMANA Famers‘ Clubs Programm (3) und trägt als integrierte Entwicklungsinitiative zu den allermeisten nachhaltigen Entwicklungszielen der UN-Agenda 2030 bei. 4.800 angolanische Familien werden direkt an den Projektaktivitäten beteiligt sein, indirekt weitere 80.000 Menschen. Mehr als 60 Projektmitarbeiter*innen sind auf angolanischer Seite im Einsatz, darunter die Leiter*innen der „Klimawandel-Aktionszentren“ – jeweils eine in jeder beteiligten Gemeinde –, die Landwirtschaftstrainer*innen, Wassertechniker*innen, Leiter*innen des Schulungsprogramms u.a.m.

(1) Adaption Funds = „Anpassungsfonds“ der Vereinten Nationen
(2) Das Sahara- und Sahel-Observatorium (französisch: Observatoire du Sahara et du Sahel, OSS) ist eine 1992 gegründete afrikanische zwischenstaatliche Organisation mit Sitz in Tunis, Tunesien. Ihr Ziel ist es, die Umwelt in der Sahara und im Sahel zu schützen, die Nutzung natürlicher Ressourcen in der Region zu überwachen und sich für Umweltabkommen einzusetzen, insbesondere im Zusammenhang mit Wüstenbildung und Klimawandel.
(3) das die Begünstigten in Kleingenossenschaften zu je 50 Mitgliedern (Farmers‘ Clubs) organisiert und sie in konservierender Landwirtschaft sowie Agrar-Business-Skills ausbildet

Start-up 2022

Das Jahr 2022 lag schwerpunktmäßig – wie geplant – auf vorbereitenden Tätigkeiten. In Angola wurde ein Nationaler Lenkungsausschuss eingerichtet; seine Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass die Projektaktivitäten vollständig mit den nationalen Richtlinien und Programmen im Einklang stehen und die relevanten Ministerien ihre Fachkenntnisse bei der Projektumsetzung einbringen können. Nachdem der offizielle Startschuss gefallen war, führte das Projekt Felderhebungen /Kartierung/ durch; das Personal wurde geschult, Material und Ausrüstung beschafft, die erforderliche Infrastruktur geschaffen sowie Vorbereitungen für Mobilisierungen in den Zielgemeinden getroffen. Umfang und Komplexität des Projekts sowie teilweise Unwegsamkeit und Unterversorgung des Operationsgebiets machten eine gründliche Planung und ausgetüftelte Logistik in den ersten Monaten erforderlich. Die Großgemeinden Cuangar, Calai, Dirico und Rivungo wurden in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden topographisch erfasst. Diesen Vorgang begann man in der Gemeinde Calai; 30 Dörfer wurden ausgewählt, die Planung der ersten Maßnahmen begann. Die ersten Standorte für Wasserstellen wurden ausgesucht.

Die ersten Erfahrungen

Die vorhandene Finanzierung hatte – wie erwartet – den Effekt, dass ein rascher Beginn möglich war, während noch einige Formalitäten zu erledigen waren. Dies war umso mehr von Bedeutung, als sich Kartierungsprozess und logistische Vorbereitungen als lebenswichtige, aber langwierige Maßnahmen erwiesen. Die Zusammenarbeit zwischen den Interessengruppen hat sich weiter intensiviert; das Projekt arbeitete 2022 mit den örtlichen Ministerien für Landwirtschaft, Umwelt, Bildung und Frauen an Projektaktivitäten. Baseline- und Kartierungshilfen liefern bereits eine Fülle von Informationen über ein relativ unbekanntes Gebiet. Diese sind nicht nur für das Projekt, sondern auch für die Regierung und andere Interessengruppen nützlich. Die Auswirkungen des Projekts in der Sache selbst werden sich – so die Kolleg*innen im Projekt – erst dann bemerkbar machen, wenn die Menschen in den Dörfern mobilisiert sind und die Schulungen begonnen haben; mit der Dynamisierung der Aktivitäten in der Region können ländliche Familien und ihre Gemeinden nach und nach eine klimafreundlichere Zukunft gestalten. Die Entwicklung der Gemeinden und eine allgemeine und gesteigerte wirtschaftliche Aktivität werden die Folge sein.

/Aus dem Jahresbericht 2022 des Projekts an HUMANA Österreich/