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Kinderhilfe Abaqulusi

Unsere Stärke kommt von den Menschen!

Laut UNICEF (2021) starben 2020 5 Mio. Kinder in Alter von unter 5 Jahren, fast die Hälfte davon im ersten Lebensmonat. Hinzu kommen fast 2 Mio. Totgeburten. Man schätzt, dass täglich 810 Frauen an den Folgen einer Schwangerschaft oder Geburt sterben. Die meisten dieser Todesfälle könnten vermieden werden. Südafrika verfügt zwar über einen Nationalen Strategieplan für eine beschleunigte Reduzierung der Mütter- und Kindersterblichkeit, und dieser hat auch Fortschritte gebracht bei der Verhinderung von gesundheitsbedingten Todesfällen bei Müttern und Kindern, der Gesundheitswandel schreitet jedoch – vor allem auf dem Lande – zu langsam voran. Die Landgemeinden Abaqulusis sind weit entfernt von Gesundheitseinrichtungen; ältere Frauen, Nachbar*innen und Freund*innen sind hier die wichtigsten Ratgeberinnen, wenn es um die Gesundheit geht. Kinderhilfe Abaqulusi verwandelt die Hoffnung der Menschen auf Überleben in Waffen gegen Gesundheitsprobleme von Müttern und Kindern, Tuberkulose, HIV / AIDS und COVID-19. Das Projekt endete im Juni 2022, nicht aber die Hoffnung der Menschen, nicht ihr neu erworbenes Wissen, nicht ihre Lebenskompetenzen, nicht ihre Solidarität und ihr Zusammenhalt. Es sind die Menschen, die eine tragende Rolle bei der Hebung des Gesundheitsniveaus in ihren Gemeinden spielten, indem sie sich aktiv am Projekt beteiligten und mit Unterstützung des Projekts Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Gesundheit durchführten. Ab Jahresbeginn war es absehbar, dass das Projekt nicht verlängert wird. Es hatte seine Aufgabe erfüllt. Nichts desto trotz gingen die ProjektmitarbeiterInnen bis Projektende im Juni mit ganzer Kraft ihren Aufgaben nach. Die größte Kraft, so zeigte sich auch in diesen Wochen, waren wiederum die Menschen.

  • Das Projekt trug dazu bei, dass Menschen eine führende Rolle bei der Bekämpfung von HIV/AIDS, TBC und COVID-19 so-wie bei der Pflege der Gesundheit von Müttern und Kindern in der Gemeinde übernehmen.
  • Menschen, insbesondere Frauen, wollten jetzt unbedingt etwas über die Gesundheit von Mutter und Kind lernen und ihre Gesundheit und die ihrer Kinder verbessern.
  • Durch die Bereitstellung von Informationen zu HIV / AIDS, TBC, COVID-19 sowie zu Mutter-Kind-Gesundheit im Zuge von Hausbesuchen trug das Projekt dazu bei, die Kluft zwischen Gesundheitseinrichtungen und Gemeinden zu verringern.
  • Gemeinschaften wurden davon überzeugt, dass sie einander gegenseitig helfen können, Leben zu retten, indem sie kontinuierlich Informationen miteinander austauschen. Dadurch steigerte sich die Begeisterung der Menschen für die Zusammenarbeit im Team stetig.
  • Das Projekt steigerte die Akzeptanz von Kondomen in den Gemeinden durch die Verteilung bei Hausbesuchen und auf Gemeindeveranstaltungen.
  • Auf Gemeindeveranstaltungen lernten die Menschen, ihren Gesundheitszustand objektiv und nicht „Gott-gewollt“ zu verstehen; sie ergriffen eine Reihe vorbeugender Maßnahmen, wie etwa  die Verwendung von Kondomen oder den
  • Besuch von Gesundheitseinrichtungen zwecks regelmäßiger Kontrollen.
  • Kinder und Jugendliche entwickelten in Diskussionen ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen, die ihre Gemeinschaften betreffen, wie COVID-19, HIV / AIDS, TBC und Mutter-Kind-Gesundheit und gaben die Informationen an ihre Familien weiter.
  • Im Ergebnis des Projekts erhielten die Kinder in den Vor-schulen Gemüsegärten und somit auch mehr und gesünderes Essen. Impfungen verbesserten die Chancen der Kinder, gegen Krankheiten resistent zu sein.
  • Durch Einbeziehung der Familien und der gesamten Gemeinschaft wurde eine kontinuierliche Sicherheit für schwangere Frauen und ihre Kinder gewährleistet.

Jedes Projekt hat einen Anfang und ein Ende. Es entlässt Menschen in eine Zukunft, die sie nunmehr aus eigener Kraft meistern können.

Das Projekt arbeitete mit dem Gesundheitsministerium, dem Ministerium für Soziale Entwicklung, dem Unterbezirk Abaqulusi und der Operation Sukuma Sakhe (1) zusammen. Gemeinsam mit den Menschen wird die Agenda zur Gesundheitstransformation auf Gemeindeebene in Abaqulusi weiterhin Priorität haben. Die ProjektmitarbeiterInnen werden in Zusammenarbeit mit gemeindenahen Organisationen weitere Gesundheitskampagnen durchführen, um noch mehr Menschen zu erreichen, und Gemeindestrukturen nutzen. Denn: Die Stärke jedes Projekts kommt von den Menschen. In diesem Sinne: Auf Wiedersehen 2024 in Abaqulusi!

1 „Operation Sukuma Sakhe“ (Aufstehen und aufbauen!) ist ein Aufruf an die Menschen in KwaZulu-Natal, die gemeinschaftszerstörenden Probleme wie Armut, Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Drogenmiss-brauch, HIV und TBC zu überwinden. Operation Sukuma Sakhe ist ein ‚gesamtstaatlicher Ansatz‘, sagt Senzo Mchunu, Premier von KwaZu-lu-Natal. Sie umfasst Initiativen jeglicher Art, sowohl des öffentlichen als auch des privaten Sektors, und verknüpft sie untereinander zu einem Netzwerk zum Wohle der Menschen der Region. Die Aufgabe: Bereitstellung von Dienstleistungen durch Partnerschaften mit der Gemeinschaft, Interessengruppen und der Regierung.

Das Auslaufen des Kinderhilfe-Projekts Abaqulusi

HPP South Africa möchte HUMANA People to People – Verein für Entwicklungszusammenarbeit informieren, dass das im Jänner  2016 gestartete Projekt „Child Aid Abaqulusi“ im Juni 2022 ausgelaufen ist. Die Idee des Projekts bestand darin, die Gesundheit der Kindern in den ländlichen Gemeinden von Abaqulusi, die stark von HIV / AIDS betroffen sind, unter Anwendung integrierter Kommunalentwicklungsstrategien zu verbessern. Familien und ihre Gemeinden sollten in die Lage versetzt werden, die Kinder vor Ort zu fördern. Im Mittelpunkt des Projekts stand die Verbesserung der Qualität der Betreuung schwangerer Frauen und Kinder.

Das Projekt führte zu sinnvollen und zielgerichteten Veränderungen in der Gemeinschaft, indem es Frauen in die Lage versetzte, Gesundheitsprobleme von Müttern und Kindern zu er-kennen … und Zugang zu Einrichtungen für Unterstützung, Pflege und Behandlung zu erhalten.

Die wichtigsten Ergebnisse des Projekts 2022 sind:

  • Anzahl der Menschen, die von diesem Projekt profitierten: 4.412
  • Anzahl der Familien, die sich aktiv am Projekt beteiligten: 972
  • Anzahl der in Vorschulen angelegten Gärten: 15
  • Anzahl der schwangeren Frauen, die mit Informationen zur Mutter-Kind-Gesundheit erreicht wurden: 271

Leben in Veränderung

Sie gehen dorthin, wo kein Gesundheitsdienst hinkommt …

In den entlegenen ländlichen Gegenden von Abaqulusi ist der Zugang zu Informationen über Mutter-, Kinder- und reproduktive Gesundheit eine große Herausforderung. Gut ausgestattete Gesundheitseinrichtungen sind weit entfernt, jene in der Nähe in der Regel unterbesetzt und verfügen nicht über die notwendige medizinische Ausstattung und Versorgung.

Projektleiterin Dephney Mokhomole und die beiden Programmverantwortlichen des Kinderhilfe-Projekts Abaqulusi kamen selbst dorthin, wo Gesundheitseinrichtungen nicht mehr hinkommen. Sie überquerten Flüsse, erklommen Hü-gel und navigierten, bis sie die Haushalte erreichten. Gemeinsam mit den be-suchten Gemeinden organisierten sie sich und befassten sich mit allen Fragen der Mutter-Kind-Gesundheit und Fortpflanzung.„Die Entfernung zwischen den Gemeinden und die Herausforderungen, denen wir uns auf dem Weg dorthin gegenübersahen, haben uns nicht entmutigt, denn unser gemeinsames Ziel mit der Gemeinde war es, Leben zu retten – auch wenn das manchmal bedeutete, jeweils nur ein einziges Leben zu retten. Das war uns wichtig“, sagt Dephney.

Als sich die Projektmitarbeiterinnen den Häusern näherten, erzählt sie weiter, stürmten die Kinder begeistert auf sie zu und halfen ihnen, sich zurechtzufinden. Nachdem die Frauen die ersten Informationen erhalten hatten, begannen sie Fragen zu stellen, wie man sie normalerweise nur an Verwandte oder gute Freundinnen stellt. Deshalb haben sie ein gutes Verhältnis  zu ihren Kindern aufgebaut, wissen, wie man sie badet und füttert und können ihre Gesundheitspässe lesen. Lange Fahrten und damit verbundene Kosten zu Gesundheitseinrichtungen sind überflüssig, die Ratschläge bekommen sie an der eigenen Haustüre.

Das wird sich auch nach Projektende nicht ändern: Gemeinsam mit der Community wird das Projektteam weiterhin informieren, aufklären und Leben retten.