Drei Hektar Zukunft
Wie in Mosambik Agrartechniker*innen für den Klimawandel lernen
Wenn der Regen ausbleibt oder zu heftig kommt, entscheidet sich auf mosambikanischen Feldern, ob eine Familie genug zu essen hat. Dürren, Überschwemmungen, Zyklone und ausgelaugte Böden gehören dort zum Alltag. Am ADPP Polytechnic Institute in Nhamatanda lernen junge Menschen, wie man trotzdem Erträge sichert, und das nicht nur im Klassenzimmer.
Eine Berufsschule mit 124 Schüler*innen
Die Berufsschule ist von der nationalen Behörde für Berufsbildung ANEP anerkannt bildet Agrartechniker*innen aus. Im Jahr 2025 waren 124 Schüler*innen eingeschrieben, 43 davon Frauen. Unterrichtet haben 28 Lehrkräfte, 8 davon Frauen, alle mit Bachelorabschluss und pädagogischer Zusatzqualifikation. 16 weitere Mitarbeiter*innen halten den Betrieb am Laufen.
Junge Landwirtin beim Ernten von Gemüse
Physiklehrerinnen bei der Veranstaltung zum Thema „Energie – Stromkreis“, bei der sie praktische Experimente durchführen
Lernen auf dem Feld
Das Motto der Schule heißt „learning by doing”. Wer in Nhamatanda über Bodenschutz spricht, steht danach auf dem Feld. Die Studierenden legten Maßnahmen zum Boden- und Wasserschutz an, stellten Kompost und organischen Dünger her, pflanzten Bäume, probierten Mischkulturen und Agroforstsysteme aus und lernten die Viehhaltung kennen. Alle 124 wurden in klimaresilienter Landwirtschaft geschult. Dazu kommt, was sich schwer in Zahlen fassen lässt: Sie lernen, eigene kleine Betriebe zu planen und Projekte zu entwickeln, damit sie nach dem Abschluss nicht auf eine Anstellung warten müssen.

Schüler*innen bei der Ernte
Wissen, das die Schule verlässt
Das Wissen bleibt nicht auf dem Schulgelände. Bei Feldtagen, Workshops und „Offenen Sonntagen” kommen Bäuer*innen aus der Umgebung vorbei und nehmen mit, wie sich Schädlinge bekämpfen und Böden schützen lassen. Vier Workshops und vier „Offene Sonntage“ waren für 2025 geplant, alle vier fanden statt.
Auch die Lehrkräfte lernen weiter.
Gemeinsam mit dem Partner VERCA_MOZ wurden die Lehrpläne um klimaresiliente Landwirtschaft ergänzt, Lehrende erhielten Fortbildungen und es entstanden Praktikumsplätze bei Agrarunternehmen. Für die Schüler*innen heißt das: Sie sehen früh, wie der Berufsalltag aussieht und Betriebe lernen die Absolvent*innen kennen.
Mehr als Fachwissen
Neben der Fachausbildung gab es Theater, Chor, Tanz, Gedichtwettbewerbe, Fußball, Volleyball und Sporttage. Auch das gehört zu dieser Schule: Junge Menschen sollen nicht nur gute Techniker*innen werden, sondern sich auch als Gemeinschaft erleben.
Was 2025 nicht geklappt hat
Ein Bericht, in dem alles perfekt läuft, wäre wenig glaubwürdig, und so ehrlich ist auch dieser. Eingeschrieben haben sich 2025 weniger Schüler*innen als geplant, 47 statt 50 im neuesten Jahrgang, weil bei der Anmeldung zu wenige erschienen. Und von den fünf Hektar Produktionsfläche konnten nur drei bewirtschaftet werden. Es fehlt noch eine Bewässerungsanlage, bisher wird von Hand bewässert, und damit lassen sich keine großen Flächen bestellen. Alle übrigen Ziele wurden zu 100 Prozent erreicht, von den Sportturnieren bis zu den acht Umweltaktionen.
Symbolbilder
Was das mit deiner Jacke zu tun hat
Und was hat das alles mit Wien, Graz oder Salzburg zu tun? Mehr, als man denkt. HUMANA Österreich unterstützt das Institut in Nhamatanda seit Jahrzehnten. Möglich wird das durch Kleidung, die du in einen unserer Container gibst oder in unseren Second Hand Shops kaufst. Die Gewinne daraus finanzieren Entwicklungsprojekte wie dieses. Aus einer Jacke, die bei dir im Schrank nicht mehr gebraucht wird, wird so ein Stück Ausbildung für jemanden, der in Mosambik Böden rettet und Ernten sichert.


