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Die Zeit nach der Pride

Gleichberechtigung

Der Juni ist bunt. Regenbogen Fähnchen zieren die Straßenbahnen der Wiener Linien, bei Burger King gibt es einen “Pride Whopper” und überall auf den Social Media Plattformen leuchten bunte Logos. Und diese Visibilität ist auch wichtig, Anerkennung ist wichtig. Wer aber seine “Proud Ally” Sprüche nur im Pride-Month verbreitet, der betreibt Rainbow-Washing (auch bekannt als Pink-Washing oder Queer-Washing). Denn Fakt ist, so schön bunt der Juni auch sein mag, so düster und immer noch schwer kann das Leben von LGBTQIA+ Personen sein. 

Warum wir weiter kämpfen

“LGBT people nearly four times more likely than non-LGBT people to be victims of violent crime”, “Studies suggest that around half of transgender people and bisexual women will experience sexual violence at some point in their lifetimes.”, “Nearly half of LGBTQ youth seriously considered suicide”. Bei all dem Spaß, der Freude und den bunten Farben vergessen wir manchmal, warum wir im Pride Month auf die Straßen gehen. Von Gleichberechtigung ist noch lange nicht die Rede. Nicht, wenn wir noch nicht einmal Akzeptanz erreicht haben. Und das obwohl die queere Community stetig wächst und lange keine Randgruppe mehr ist.

Wer ist LGBTQIA+?

“Born this way” bereits Lady Gaga hat verstanden, dass man nicht durch äußerliche Einflüsse auf einmal schwul oder lesbisch wird. Aber stimmt es eigentlich? Das wir heterosexuell oder homosexuell gebore werden? Oder sind es viel mehr gesellschaftliche Vorgaben, die bei manchen diese Entwicklung beeinflussen? Wenn wir uns die Zahlen anschauen, dann ist jede Generation ein bisschen queerer als ihre Vorgänger. Das lässt vermuten, dass eigentlich noch viel mehr Menschen Teil des LGBTQIA+ Spektrums sind, sich nur noch nicht trauen dieses Gefühlen nachzugehen. 

Was ist LGBTQIA+?

Gefühlt ist das halbe Alphabet bereits in der Zungenbrecher Abfolge, aber das hat seinen Grund. Je differenzierter und aufgeschlossener unsere Gesellschaft wird, desto mehr Sexualitäten gibt es auch. Nicht für jede Person ist eine Bezeichnung wichtig, andere aber fühlen sich dadurch zugehörig und verstanden. Zum Beispiel gibt es Demi-Ace, das ist eine Unterkategorie von Asexualität und beschreibt Personen, die nur dann eine sexuelle Attraktion spüren, wenn sie auch emotionale Gefühle entwickelt haben. Viele Sexualitäten bedeutet also einfach, dass sich die Menschen selbst besser kennenlernen und ihren Verlangen auch nachgehen. 

Was kannst du tun?

Der erste Schritt ist wie in vielen Fällen Aufklärung. Beschäftige dich mit dem Thema, lerne die Terminologien und gib dein Wissen weiter. Es ist auch in Ordnung, wenn man nicht alles sofort versteht. Es ist auch in Ordnung, wenn man sich manchmal unwohl fühlt. Wichtig aber ist der gegenseitige Respekt und Akzeptanz. Egal ob man selbst Teil der queeren Community ist, ein Ally oder sogar dagegen. Die Welt wird bunter und die Welt wird vielfältiger, deshalb darf auch die Hoffnung nicht sterben. Schritt für Schritt gehen wir nach vorne und schaffen eine bessere Zukunft für die, die nach uns kommen.